ier komm' alle Sachen rein, die ich Schreib, quasi ein Archiv, damit man auch alte Sachen aufstöbern kann


Kurzgeschichten




Es war einmal ... nein, das ist ein blöder Titel für eine Geschichte, schließlich ist es kein Märchen ... allerdings habe ich auch keinen Titel, aber brauch das jede Geschichte? Ich finde der Titel verrät schon so viel, zu viel.

Ein Mann hatte einen Koffer. Er lief Tag und Nacht damit rum, und wenn ich das sage, dann meine ich das auch so. Ich kann mich nicht daran erinnern, ihn jemals schlafen gesehen zu haben, trotzdem sah er irgendwie nie müde aus. Alt vielleicht, aber nicht müde. Er hatte oder hat, ich weiß es nicht, ich habe ihn schon vor langer Zeit aus den Augen verloren, einen schwarzen Anzug an, mit einem weißen Hemd und einer lila Krawatte. Ja wirklich lila, mit einem goldenen Krawattenhalter. Ob dieser Halter echt war oder nicht, na ja wen Interessiert es? Nie, nie und nimmer wollte er irgendjemanden in diesen Koffer gucken lassen, er sagte immer nur, auf die Frage, was denn nun da drinnen sei: Macht.
Oft wurde er dann gefragt, warum denn Macht, was stelle er sich denn darunter vor? Aber es kam auch nicht selten vor, dass die Menschen ihn einfach nur für verrückt erklärten, den Kopf schüttelten und davon gingen, am Abend hatten sie den Vorfall wahrscheinlich schon vergessen. Nach jedem mal, nachdem den Mann jemand gefragt hat, was denn nun in dem Koffer sei und er immer darauf Macht geantwortet hat, wurde dieser Mann immer ein bisschen älter. Natürlich nicht wirklich, sondern nur von dem Aussehen her.
Einmal, kann ich euch sagen, hatte dieser Mann wirklich Probleme bekommen. Und seit dem hab ich ihn nie wieder gesehen. Er wurde, wie schon so oft davor, von einer Dame gefragt, was in seinem Koffer wäre. Wieder antwortete er wahrheitsgemäß „Macht“ und die Frau hakte nach, wollte wissen was er meine damit usw. Schließlich wurde sie sehr wütend und schrie ihn an. Ein Polizist stand in der Nähe und hörte das herumgekreische, und das auch noch zur Mittagsruhe. Natürlich muss er eingreifen, so was verlangt nun mal sein Dienst als Polizist. Als er zu den beiden kommt, zu der aufgeregten, recht hübschen Frau und dem Mann, denkt sich ein Polizist etwas, was wohl die meisten denken würden, wenn sie nicht wüssten, worum es geht. Er denkt natürlich, dass der Mann die Frau … na ja, halt eben das gemacht hat, was man so oft im Fernsehen zu sehen bekommt. Das streitet die Frau dann natürlich sofort ab, als der Polizist freundlichst nachfragt, sie erklärt ihm aber auch den ganzen Vorfall. Danach will der Bulle natürlich sehen, was in dem Koffer ist und als der Mann antwortet Macht, will der Polizist natürlich auch wirklich sehen was in dem Koffer ist. Doch der Mann verweigert ihm diese Bitte und deshalb muss der Polizist ihn letzten Endes fest nehmen und ihn mit auf das Revier bringen. Dort brechen er und seine Kollegen den Koffer gewalttätig auf, den einen Schlüssel gibt es nicht. Und was sehen die Polizisten? Einen leeren Koffer. Ohne Doppelboden, ohne Seitentaschen, ohne gar nichts. Der Mann schrie die ganze Zeit, verstummte dann aber als auch er sah, dass nichts in diesem Koffer war, stutzte, bekam große Augen und stürzte aus dem Revier auf die Straße. Ob mit oder ohne Koffer weiß ich nicht mehr. Aber seit dem hab ich ihn nie wieder gesehen, oder was von ihm gehört.


Der Tod (eine Kurzgeschichte

Wie er blickte, komisch. So wie wenn man einem Hund sein Spielzeug weg nimmt, mit einem leicht offenem Mund, aber nicht böse oder verärgert, einfach nur ein bisschen fragend. So eine Reaktion habe ich noch nie erlebt und glaub mir, ich hab schon viele Menschen gesehen. Aber dieser Junge übertrifft alles. Viele LEute flehen, rasten aus, heilen, aber er, er nimmt es einfach hin. So eine Selbstverständlichkeit. Bei Gott, wenn ich das überhaupt sagen darf, bei Gott, ic hweiß, dass er nicht geistig behindert war, er war auch nie alleine, nein, ich war keine Erlösung oder wie auch immer für ihn. Aber trotzdem denke ich er freute sich mich zu sehen, auch wenn er mich nicht irgendjemandem zuordnen konnte. Ich glaube ich habe oder hatte eine Art Vorbildfunktion für ihn, was wohl ziemlich unrealistisch ist, denn normalerweise bin ich alles andere als ein Vorbild.
... Hm, zugegeben, in den nächsten Tagen, als er noch da war, habe ich ihn manchmal beobachtet, wenn ich eine freie Minute hatte. Immer unsichtbar,klar, aber irgendwie hat er mich doch gesehen. Auf jeden Fall blickte er immer fröhlich in meine Richtung, mitten in die Luft. So weit ich weiß, und ich weiß vieles, hat er keine neuen Kontakte geknüpft, irgendwie war er immer mit mir verbunden. Mehr er mit mir, als ich mit ihm und auch jetzt merke ich, dass er nicht sehr weit weg ist, obwohl jeder hier nur so lange bleibt, wie er muss. Eventuell muss er auch noch hierbleiben, vielleicht hat er noch was zu erledigen ... ich weiß es nicht, ich weiß es einfach nicht ...


Der Tod (eine 2. Kurzgeschichte)

Ich denke nicht, dass Sie wissen, wie lange ich schon im Geschäft bin. Und ich glaube auch zu wissen, dass Sie, falls überhaupt nur eine wage Vorstellung davon haben, was hier zu tun ist. Aber diese Erzählung hätte keinen Sinn, wenn ich Ihnen nicht eine kleine Darstellung geben würde, wie es bei meiner Arbeit aussieht. Ich setze mal vorraus, dass sie schon von der großen Pest gehört haben? Auf jeden Fall starben damals hunderte von Menschen. Was natürlich Übterstunden bedeutet, aber wissen Sie, wie schrecklich das ist? All den Menschen zu erklären, dass es vorbei ist, dass sie nicht mehr zurückkommen können. Oder denken sie an all die Kriege, die Opfer ohne Beine, ohne Arme ... gerade sie werden es hier schwer haben und noch schwerer hab' ich es, denn nicht allzuselten schieben sie die Schuld auf mich, obwohl ich eher der Begleiter bin, Trost sollten sie suchen, nicht einen Schuldigen. Ich bin nicht der, der die Menschen tötet, auch wenn dieses Gerücht umhergeht, den Hob haben andere, die nicht so sehr mit Schuld befleckt werden. Aber eigentlich ist es egal, denn alle verstehen es früher oder später. Manchmal wünschte ich mir Urlaub, oder irgendwas entspannendes, fröhliches, was mir wiederfährt. Denn diese Arbeit ist alles andere als fröhlich und bedrückt einen auf Dauer doch sehr. Auslastung, einmal Auslastung, aber niemand mag so einen Job ...


Der Tod (Eine 4. Kurzgeschichte)

Es ist schlimm, wissen Sie. Jeden Tag fahre ich Tote über diesen See, jede Nacht. Und alle werden mit dem gekreische der Raubvögel empfangen. Schreckliche Biester sind die. Saugen jede glücklich Erinnerung aus dir raus. Na, und ich muss mir das jeden Tag anhören. Auch wenn sie mich in Ruhe lassen, denn was gibt es denn für glückliche Erinnerungen? An was kann ich mich denn erinnern? War ich vielleicht der 1. Mensch der starb? Oder gar die 1. Frau? Wissen Sie, ich habe keinen Körper. Nur den braunen Mantel, der meine Energie zusammenhält. Und die Sense, aber die ist nur zum Sinnbild geworden, heutzutage gibt es ja viele Wirksamere Methoden jemanden umzubringen. Ich denke nur, es würde irritierend aussehen, wenn ich mit einer Schnellfeuerpistole hier stehen würde. Ich verspüre auch gar nicht die Lust dazu, etwas an mir zu ändern, denn ich bleibe wohl ewig. Ja, Sie denken jetzt bestimmt, ich hab einen Knall, oder bin senil, oder irgendsowas, aber ich bitte Sie, was würden Sie machen, wenn Sie seit tausenden von Jahren hier unten bleiben müssten? Gewiss, wenn Sie tot sind, bleiben Sie auch hier, aber ich muss die Toten holen. Ich finde, dass ist deprimierend. Und ich kriege nichts dafür, kein Geld (was soll ich auch kaufen?), kein besseres zu Hause (wie soll ich auch schlafen?) und auch keine Freiheiten (wann hab ich denn mal frei, in der heutigen Zeit?).
Wissen Sie, manchmal brauch ich das einfach, diese Melancholie. Sie heitert mich in gewissem Maße auf.



Abschied

Ihr Kopf lag auf seinem Schoß. Alle schwiegen. Er, sie und der Fahrer. Was sollte er auch sagen? Es regnete. Die Scheibenwischer kam überhaupt nicht mehr zur Ruhe. Sie weinte nicht, nein, es war keine Situation zu weinen. Und er sowieso nicht. Schon lange nicht mehr. Wahrscheinlich hatte er es verlernt, wie so vieles. Ein Wunder sozusagen, hier noch still sitzen zu können. Die Straße war voll, zu viele Autos fuhren zu schnell. Er starrte auf den Sitz vor sich, den Beifahrersitz. Er war leer. Seine Mutter hatte sich geweigert mitzufahren. Sie hätte auch nicht gekonnt, sie war mit der Situation einfach überfordert. So gesehen hatte er sogar Angst, dass sie sich jetzt etwas wegen ihm tun könnte. Aber darüber hätte er sich vorher Gedanken machen sollen. Sie lag ganz still. Wenn er nicht ihren Atem spüren würde, könnte man sie auch für tot halten. Sie war stärker als er, keine Frage. Sie brauchte diese Sachen nicht. Nicht mehr, nie wieder. Er war ihr dankbar, dass sie mitkam, es ihm einfacher machte. Den Abschied. Abschied von ihr, von der Welt, von den Drogen. Den Drogen, die er jahrelang genommen hatte. Nicht so leichtere Drogen, gekifft hatte er schon lange nicht mehr. Nein. An der Nadel hing er, zu lange. Halbtot wurde er gefunden. Sie wussten es, alle. Seine Familie, seine Freunde, die Schule. Die Konsequenzen waren klar. Abschied. Abschied von allen. Abschied für alle. Abschied von sich selbst. Nächste Ausfahrt ... Er schaute auf ihre schwarzen Haare, strich mit der Hand darüber.
Ich liebe dich ...


Bluttränen

Diesen Anblick wird er seinen Lebtag nicht vergessen und niem her wird er in diese Gegend zurückkommen können. Es war ein schöner Tag, nur leicht bewölkt, sonnig und klar, obwohl tiefster Winter war. So um die -5Grad Celsius, aber es lag kein Schnee. Ein schöner Tag für einen Spaziergang, alleine, weit ab von jeglicher Zivilisation. Nicht viele kannten den Weg über das Feld, querfeldein durch den kleinen Wald, ein wunderschönes Stück unberührter natur. Dacht er. Nach gut 3 km kam er an einem Fluss vorbei, zu flach um zu befahren zu werden und noch mit klarstem Bergwasser. Erst recht im Winter, wenn er von der einen oder anderen Eisscholle durchbrochen wird. An dieser Stelle geht der Weg einen halben kilometer aufwärts, dann verläuft er mit einer großen Schleife wieder zurück, bis zu dem Feld, zu dem Dorf, aus dem er losging. Aber an jenem Tag war das Wasser nicht mehr so klar, eher bräunlich. Ein kleiner bräunlicher Strahl in der Mitte des Flusses, der immer größer und roter wurde.
Bis zu dem schrecklichen Anblick, der tote Körper, das Blut auf ihm, um ihn. Er stand lange Zeit still, der Körper, schon ganz starr, hatte sich in einem tiefhängendem Ast verfangen. Irgendwann sah er nichts mehr, außer dieses blutrot. Da rannte er, rannte, rannte und rannte, die Tränen liefen ihm übers Gesicht. Lange dauerte es, bis man ihn fand, eben solange dauerte es, bis er wieder ansprechbar war, denn er kannte den starren Körper ...


Einsam

Da, das ist er, man erkennt ihn schon an seiner Gangart, schlurfend und leicht nach vorne gebeugt, die Hände auf den RÜcken. Wie ein großer Denker sieht er aus, so einer, der alles weiß, alles kann. Mit seiner großen Hakennase, so ein richtiger Knollen im Gesicht. Die Brille hat er jetzt durch Kontaktlinsen ersetzt, er ist stark kurzsichtig.
Aber das alles, das ist alles gelogen, er ist kein Weiser, er ist kein Denker, nein. Er trägt nur eine riesige Last auf den Schultern, wie der alte Grieche Atlas, nur größer, schwerer. Eine Last, die ich und vielleicht auch du, nicht verstehen kann. Oft liege ich nachts da und frage mich, warum er das macht und für wen, wer ist sowas wert, dass er immer traurig ist, oder zumindest so aussieht. Genau weiß ich das nicht. Diese immerwährende Traurigkeit, nein, er weint nicht, nie, aber man sieht es ihm im Gesicht an, so jung, aber schon so alt. Wenn du ihn anschaust, ernsthaft, dann fühlst du dich nur noch bedeutungslos, aber keiner schaut ihn mehr an. Fast unsichtbar ist er geworden, aber das ist auch gut so. Viel zu oft hat er schon erklärt, gestikuliert, wie lange, warum, wieso, weshalb, aber da er nie richtige Antworten gegeben hat, haben sie das Interesse verloren. Nur ich ... und vielleicht auch du, wenn du zugehört hast, vielleicht denkst du auch mal wieder nach.


Gedanken

Der eigene Kollege. Sie konnte es immernoch nicht ganz fassen, ihr eigener Kollege, der immer so freundlich zu ihr war, der immer als einziger mit ihr Streife fahren wollte, sie immer vor den anderen Polizisten und deren Bemerkungen geschützt hatte. Na klar, er hatte eine Glatze und war dick, so wie die meisten, doch sie schaute nicht nur auf das Äußere, nein, sie nicht. Hm, okay, ihre Mutter hatte eine radikale Politische- und Religionssicht, sie war jetzt endlich stolz auf ihre Tochter, lächelte sie die ganze Zeit an.
Aber nichts konnte sie mehr aufheitern, ihr Kollege, sie war mal so stolz auf ihn gewesen. Endlich mal ein normaler "Bulle". Gerade er griff ihre Mutter an, wollte sie schlagen, ausrauben, nannte sie "dreckige Türken ****", Menschenunwürdige", nur weil sie anders war oder wieso? Okay, er hatte was getrunken, sogar viel, aber dass jemand so weit gehen kann, hätte sie nie im leben gedacht. Vor allem nicht so eine nette Person.
Und sie, sie musste ihn erschießen, aus Notwehr, aber er war tot ... Und was kommt jetzt auf sie zu? Kein Rechtsanwalt will sie doch vertreten, garantiert nicht. Aber die mussten doch eigentlich wissen, dass sie die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Sonst hätte sie doch gar nicht den job. Und die Zeitungen werden garantiert auch irgendeinen Skandal daraus machen: "Türkin benutzt Polizistberuf als Vorwand zum Mord" oder so was in der Art. Aber fängt sie selbst nicht schon an nur in Vorurteilen zu leben, sich hinter einer äußeren Hülle zu verstecken.
Aber sie hat sich als Türkin geschworen ihrer Mutter so viel wie möglich recht zu machen und ... immerhin, jetzt ist sie stolz auf sie


Abschiedsbrief
(eines Verrückten?!?)




~ Hallo Mama, Papa.
Es tut mir leid, dass ich euch verlassen muss.
Es war schön bei euch. Und ihr seid auch nicht schuld daran.
Aber mein innerer Zwang, glaube ich, ist stärker.
Ich will es endlich wissen.

Ich lag schon im Sarg, war unter der Erde,
aber ich glaube, das ist nicht das wahre feeling?!?
Nein, ich hatte keine Probleme mit Drogen,
meine Freunde sind auch okay.
Aber ich will endlich wissen, wie es ist.

Tot zu sein.

Ich will wissen, wie es nach dem Leben aussieht.
Hoffentlich versteht ihr mich ...

In Liebe ****



P.S. Ach ja, auch wenn es zu spät ist, sagt bitte ****. dass ich sie liebe. Jetzt steht alles hier geschrieben wie es zum Abschiedsbrief eines Verrückten gehört.~

Zufrieden lege ich den Stift auf das Papier zurück.
Rechts auf dem Schreibtisch das Wasserglas samt Tabletten.
Daneben ein Dolch.
Ja, diesmal gehe ich auf Nummer Sicher.
Noch einmal schaue ich übers Papier.
Es ist mein schönstes Briefpapier.
Jetzt, jetzt bin ich so weit.
Nachdem ich noch mal kurz still dasaß, nachdachte,
nehme ich den Dolch.
Doch seltsamerweise tut es nicht weh, ich zucke nur leicht zusammen.
Den Dolch, dessen Klinge jetzt rot ist,
lege ich zur Seite.
Nehme das Glas, trinke ...
Langsam werde ich müde, kann nicht mehr klar denken.
Ich sinke auf den Boden und schlafe ein ...


~Auf dem Schreibtisch liegt der Abschiedsbrief von einem jungen, totem Mann


Hass Liebe ... nur Kleinigkeiten???





Gib mir nur ein kleines bisschen Liebe. leise bittet er sie ... tränen in den augen. doch schüttelt sie nur leicht den kopf. tut mir leid, ich liebe dich nicht mehr ... sie seufzt ... machs mir doch nicht so schwer. flüstert sie ihm zu, doch er will nichts von alledem hören. leise seufzend sinkt sie in der kleinen 2zimmerwohnung die wand endlang auf den boden. kälte steht in seinen augen, seinem gesicht. seine ganzen bewegungen sind steif. langsam geht er ins schlafzimmer packt die wichtigsten anziehsachen und sagt leise: warte nicht auf mich, ich komme nicht wieder. er geht mit der reisetasche über der schulter aus der wohnung.

(abgang von ihm)

nachdem er weg ist, seufzt sie leise. wie gern würde sie ihn noch lieben, aber ... es war keine gute idee zusammenzuziehen. zu jung und ... naja wir haben uns einfach auseinandergelebt. diese und andere gedanken gingen ihr durch den kopf. warum bist du nur so dumm? wieso kannst du es nicht einsehen? wir können doch freunde bleiben, aber wir sind einfach nicht füreinander bestimmt. du weißt doch, es tut mir leid ... langsam steht sie auf, nimmt ein glas und gießt sich etwas vittel ein, welches sie mit langen, langsamen schlucken trinkt. setzt sich dann auf einen stuhl ... ihre haare hängen zerzaust herunter. versinkt wieder in ihre gedanken ...



Liebesgedichte:

Wann kommt die Zeit

Wann kommt die Zeit,
in der wir uns wieder sehen?
Wann kommt die Zeit,
in der du erkennst, wer ich bin?
Wann kommt die Zeit,
in der du merkst, dass wir keine Einheit sind?
Wann kommt die Zeit,
in der du mich endlich in Ruhe lässt?
Wann kommt die Zeit,
in der endlich entdeckt wird, was für ein Monster du bist?
Wann kommt die Zeit,
in der ich wieder Leben darf?
Wann kommt die Zeit,
in der meine Wünsche wieder was wert sind?
Wann kommt die Zeit,
in der das alles endlich zu Ende ist?
Wann kommt die Zeit,
in der wir wieder hoffen dürfen?
Wann kommt die Zeit,
in der ich endlich ...

© bei Carl-Justin Schröfel


Sex um Mitternacht

Wir hatten vor 9 Monaten Sex um Mitternacht.
Das hat uns ein Wolfskind gebracht.
Das haben wir mal wieder gut gemacht.
Das Wolfskind wie will es Kinder kriegen?
Ganz einfach, es hat es um Mitternacht mit ner Wölfin getrieben.


Herzschlag

Ich hab deinen Herzschlag gehört.
Ganz sanft lag mein Ohr zwischen deinen Brüsten
und hörte deinem Herz zu.
Es hat mir was gesagt,
papamm papamm
Weißt du was es sagte?
Ich liebe dich.

Du hast meinen Herzschlag gehört,
sachte lag dein Kopf auf meiner Brust
und du hörtest dem Herz zu.
papamm papamm
Weißt du, was es immer noch erzählt?
Ich liebe dich.


Sterne

Schaust du in den Himmel,
siehst du sie.
Vereinzelt leuchten sie,
für ein paar Menschen auf dieser Welt.
Vielleicht wohnen ja Engel mit große weißen Flügeln auf ihnen ...
Der eine ist schön, leuchtet heller als die anderen,
aber was sagt das schon?
Mein Stern?
Meiner ist nicht dabei.
Wieso?
Schau mal nach, mitten in mir drinnen,
in meinen Adern pulsierendes, helles Licht.
Fast schon weiß, so grell ist es.
Doch trotzdem nutzlos, umgeben von einem schwarzem Schutzschild.
Zerstöre es, lass mein Licht raus,
denn ich will in den Himmel fliegen.
Zusammen mit dir, eng umschlungen, hoch und höher.
Irgendwann explodieren wir zwischen den schönsten Sternen.
Wir explodieren voller Liebe.


Liebe ~ Hass ~ zwei ~ Realitäten

"Ich liebe sie. Ich liebe sie immer noch."
"Ich hasse sie. Ich hasse sie immer wieder."
Du lebst für mich in zwei Realitäten, der Realität.
Als nette, liebe, aufrichtige Freundin
und als überhebliche, nervende, gereizte, ignorierende junge Frau
Für mich sind das zwei Realitäten.
Und ich will nur in einer leben,
will dich berühren, spüren, einfach bei dir sein.
Doch du weißt nichts, du ahnst nichts.
Keiner weiß es, weil ich weiß, was mit dir ist.
Und irgendwann, irgendwann wirst du wissen,
was mit mir ist.
Doch dann wird es zu spät sein, dann
darfst du Blumen auf mein Grab werfen.
Das Grab der Realität, in der ich gestorben bin.
Weine nicht, weil ich dich liebe.
Stirb nicht, weil du es nicht wert bist.
Lebe bitte während du mich tötest.


Hier nimm es

Hier nimm es,
ich will es nicht.
Hier nimm es,
und tu was du willst.
Hier nimm es,
und zerknülle es.
Hier nimm es,
und reiße es auseinander.
Hier nimm es,
und quäle es.
Hier nimm es,
es ist mir egal.
Hier nimm es,
mir gefällt es eh nicht.
Hier nimm es,
ohne geht es mir besser.
Hier nimm es,
es ist deins.
Hier nimm es,
schmeiß es weg.
Hier nimm es,
und verletze es sooft du willst.
Hier nimm es,
und ertränke es.
Hier nimm es,
drehe es durch den Fleischwolf.
Hier nimm es,
denn es ist meine Liebe drinnen.
Hier nimm es,
denn ich will sterben.
Hier nimm es,
um zu sehen was du angerichtet hast.
Hier nimm es,
für alle Ewigkeiten.

hier nimm es,
du hast es mir ja eh geklaut.
Hier nimm es,
es ist dein Herz.
Hier nimm es,
es ist nur mein Leben drinnen.




Glaube

Alleine steht ein junger Mann am Strand,
schaut aufs Meer,
wie die Wellen brechen ...
Einsam steht er da,
Verlassen.
Langsam, von hinten, nähert sich eine hübsche Lady.
Schön ist ihr Gesicht anzuschauen, ihre Gestalt anmutig.
Langsam legt sie die Arme auf die Schultern des Mannes.
Flüstert in sein Ohr:
"Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick?"
Langsam schüttelt er denn Kopf.
"Nein", leise antwortet er.
"Nein, nicht mehr."
"Glaubst du an die Liebe?", fragt sie weiter.
"Nein, ich habe aufgehört zu lieben."
Doch weiß er schon, in seinem Inneren, er liebt sie.

...

Allein steht der junge Mann am Strand, schaut aufs Meer,
Ebbe, trotzdem brechen die Wellen an nahen Klippen.
Das Kreischen der Möwen, das Rauschen des Meeres.
Sein Haar weht im Wind, Sand wirbelt auf.
Schau hin: wie seine äußere Hülle zittert.
Tränen rinnen, fallen zu Boden.
Langsam fängt es an zu regnen, vermischt sich mit den Tränen.
Durchnässt steht er da,
verlassen.
Er wusste es, doch die Liebe war stärker.
Ist er zu zuversichtlich?
Ja, du hast Recht, wird er antworten und dir fest in die Augen blicken.
Doch, er weiß es, passiert es immer und immer.
Kein Halt, nichts woran er sich halten kann.
Tiefer und tiefer wird er in die Einsamkeit der Finsternis sinken.


Mein Herzschlag

Mein Herzschlag geht langsam und ohne jeden Sinn.
Mein Blut rinnt langsam aus den Wunden.
Dann kamst du in mein Leben,
hast meine Wunden verbunden.
Hast mich aus der Einsamkeit der Finsternis geholt.
Dein Haare, deine Augen sind ... unbeschreiblich schön.
Noch nie hat ein Wesen mich so angezogen,
noch nie habe ich mich so geborgen gefühlt.
Du bist mein Schutzengel.
Mein Herzschlag schlägt hektisch,
denn jetzt sind wir ein Paar.
Deine Augen spiegeln alles wieder.
Deine und meine Liebe
Deine Stimmer zart und weich.
Dein Duft gleicht dem einer Zitronenmelisse.
Deine Gestallt gleicht einem Ozean voller Rosenblüten.
Die Wunden geschlossen und voller Energie.
Deine Art verzaubert mich jedes mal aufs Neue.
Kann nicht von dir lassen.
Dein Herz umschließt mein Herz und meine das deine.
Wir schauen hinauf in die Sterne,
hoffe es bleibt so, in der Nähe und in der Ferne.
Mein Herzschlag schlägt verliebt.
Bist du ganz leise, so hörst du es, denn es schlägt nur für dich.


Alles war umsonst

Die schönen Stunden.
Verschwendet.
Mein Leben meine Lebenszeit wieder verloren.
Hab dich geliebt.
Hab mich in dir getäuscht.
Dachte du wärst anders.
Verständnisvoller jemand der mich versteht.
Der zu mir hält.
Nur noch Leere und Hass.
Hass auf alles ...
auf was eigentlich ?
Ich weiß es nicht.
Hass auf dieses Gottverdammte ...
wird es leben genannt?
Aber es ist verrückt,
den ich liebe dich immer noch.


Nie wieder

Nie wieder denen Atem spüren.
Nie wieder deine Lippen auf meinem Mund spüren.
Nie wieder deine Stimme hören.
Nie wieder mit dir glücklich sein.
Nie wieder mit dir im Park spazieren gehen.
Nie wieder deine Hand halten.
Nie wieder dich in meinen Armen halten.
Nie wieder in deine azurblauen Augen schauen.
Nie wieder dein Haar streicheln.
Nie wieder mit dir tanzen.
Nie wieder leben:
sterben
Für immer


Es ist deine Schuld
(22.11.04)


Weisst du eigentlich,
dass es deine
Schuld ist?
Wie du einfach ankamst,
unverhofft,
unangemeldet,
unverblühmt.
Mich anlachtest, mich mochtest
und
ich mochte dich.
Du brachtest alles durcheinander.
Meine Lügen,
mein Spiel,
dass ich so wunderbar gespielt hab,
es schon gelebt hab.
Du wandeltest mein Herz wieder
in Fleisch und Blut um,
du verdammtest mein
Spiel
in den Keller,
du ließest mich sterben
und aus meiner Asche
auferstehen.
Und ich weiß
immernochnicht, ob ich dir
dankbar
sein kann.


Ich

Zerbrochenes Herz,
geschlagene Seele,
tiefe Wunden,
herzlichen Glückwunsch.


Du
Gepanzerte Waffen,
starke Armee,
keine Verluste,
herzlichen Glückwunsch.

Ich
Wieder verloren,
wieder bestohlen,
wieder am sterben,
danke.

Du
Strahlender Sieger,
reicher Dieb,
voll von Leben,
bitte.

Ich
Niemals lernend,
immer weiter sinkend,
niemals vergessend,
tot.

Du
Die schlauste von allen,
höher und höher strebend,
nur ans jetzt denkend,
voll von leben.


Wie oft wünscht man sich:

Und ich falle in ein Meer von Messern.



Sinn/Selbstmordgedichte

Engel

Engel.
Wenn Engel ihre breiten, weißen Flügel ausbreiten
Engel.
Wenn Engel dich anschauen, ist es egal, ob sie männlich oder weiblich sind.
Engel.
Wenn Engel kommen, erscheint alles in grellem Licht.
Engel.
Wenn Engel da sind, möchte ich mit ihnen in ein geheimes Reich fliegen.
Engel.
Wenn Engel dich von ihrer Weisheit kosten lassen, kannst du in Gewissheit mit ihnen sterben.
Engel.
Wenn Engel frei sein wollen, sterben sie.
Engel.
Wenn Engel fühlen wollen, fallen sie.
Engel.
Wenn Engel mich beschützen, sind sie die einzigen, die für mich sterben.

© bei Carl-Justin Schröfel



Gestern traf ich den Teufel,
ich fragte ihn wer alles vom Teufel besessen ist.
Er sagte mir,
deine Freunde,
deine Feinde,
die Politiker,
die Beamten,
die Anarchisten,
die Penner,
die Bürokraten,
die Widerstandskämpfer,
die Polizei,
die Armee,
die Priester,
Greenpeace,
die Bauarbeiter,
das FBI,
die Bücherautoren,
die Filmdarsteller,
die Regisseure,
die Götter,

...

du bist der Teufel.
Heute ist mir klar geworden,
ich hab gestern in den Spiegel geschaut.

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Wer ist der Teufel???
Gestern als ich in der Kirche war,
da traf ich im Beichtstuhl den Teufel.
Ich fragte ihn, wer er sei,
er antwortete mir:
Deine Freunde,
deine Feinde,
die Politiker,
die Beamten,
die Anarchisten,
die Penner,
die Bürokraten,
die Widerstandskämpfer,
die Polizei,
die Armee,
die Priester,
Greenpeace,
die Bauarbeiter,
das FBI,
die Bücherautoren,
die Filmdarsteller,
die Regisseure,
die Götter,
du.
Heute ist mir klar geworden,
ich habe gestern in den Weltspiegel geschaut

© bei Carl-Justin Schröfel



Die Ruhe vor Dem Sturm oder umgekehrt

Rauer Wind weht über das Schlachtfeld.
Der Boden bedeckt von verstümmelten Leichen,
Wimmernden Verletzten und einzelnen Schwertern und Körperteilen.
Einzelne Männer stehen herum, stützen sich auf ein Schwert oder eine Lanze.
Sie sehen erschöpft aus, voller Wunden.
Flüsse voller Blut sind zu sehen.
Einige Geier kreisen am Himmel.
Der Himmel ist schwarz vor Wolken.
Kein Laut dringt in das Tal.
Wer ist jetzt der Sieger?
Der Verlierer?
Oder gibt es keinen?
Ist der Kampf überhaupt schon vorbei?
Zwei Männer raffen sich auf, heben ihre Schwerter und fangen an zu kämpfen.
Der einzige Laut ist jetzt das klirren von Metall auf Metall.
Die Übrigen kümmern sich nicht um die Kameraden.
Dann fällt der eine tot zu Boden.
Der andere legt sich hin, er hat auch aufgehört zu atmen.
Wie viele Männer mussten ihr Leben lassen?
Wie viele Frauen sind jetzt Witwen?
Wie wird es weitergehen?
Werden sich neue Armeen aufstellen, die sich wieder töten?
Wird es jemals Frieden geben?

© bei Carl-Justin Schröfel



Des Messers Schneide

Des Messers Schneide,
schön sauber und scharf.
An meinem Oberarm setze ich sie an.
Schneidet tief in mich hinein.
Spüre den Schmerz
er ist wohltuend.
Das Blut, dunkelrot, läuft herunter, färbt den Teppich.
Gleich noch Mal.
Des Messers Schneide,
rot, voller Blut, immer noch scharf.
An meinem Unterarm,
ich drücke drauf, Blut läuft.
Mein ganzer Arm ist jetzt rot.
Die Augen trübe.
Muss mich setzen.
Ich lache.
Des Messers Schneide,
dringt tief in mein Handgelenk,
ein Jauchzer voller Freude entwischt meiner zerschnittenen Lunge.
Alles an mir ist rot.
Schneide immer weiter, überall.
Ein Lächeln liegt auf meinen zerrissenen, roten Lippen.
Das halbe Zimmer ist mittlerweile rot,
die Augen geschlossen, mit einem Lächeln, reglos,
des Messers Schneide:
Sauberes Blut und scharf.

© bei Carl-Justin Schröfel





Blätter im Wind

Blätter im Wind,
werden hin- und hergerissen,
stehen nicht still,
kaum liegen sie auf dem Boden,
werden sie wieder hochgerissen,
vom Wind.
Hin- und hergeschleudert,
nach oben Fliegen,
nach unten segeln,
in einen kleinen wilden Wirbelsturm gefasst.
Plötzlich in der Luft vom Wind im Stich gelassen,
dann wieder erfasst.
Die braunen, gelben und goldenen Farben werden hin und hergemischt.
Der Wind treibt sein kindisches Spiel mit den Blättern immer weiter.
Kaum eins liegt still.
In ständiger Aufruhr.
Erst der Wind löst sie ab,
die "Blätter im Wind".

© bei Carl-Justin Schröfel



Hoffnungslos
Vögel zwitschern
die Sonne: empört
Duschen, Kaffee, gutes Essen
nur ein Traum
traurig, ängstlich
Hoffnungslos

© bei Carl-Justin Schröfel


Hoffnung
sie vergeht
Aus und vorbei
Das Leben geht weiter
oder auch nicht
Keiner hilft
Theresienstadt

© bei Carl-Justin Schröfel


Leben!
Für was?
Für die Hoffnung?
Wieso? Was bringt das?
Für die Hoffnung!
Wieso denn?
Weil!

© bei Carl-Justin Schröfel


David
ein Junge
Er will Überleben
Ein Junge mit Hoffnung
Hunger, Schläge, Leiden
Er überlebt
David

© bei Carl-Justin Schröfel


Wer?
Tausend Juden!
Wo sind sie?
Im Vorhof der Hölle!
Versteh' ich nicht!
Keiner versteht es!
Wieso?

© bei Carl-Justin Schröfel


Theresienstadt
Das Grauen
Der Schrecken, Hölle
Ein weg nach draußen,
in das Vernichtungslager
Der Tod
Auschwitz

© bei Carl-Justin Schröfel



5Minuten Ewigkeit in Einsamkeit.

----- Gib mir nur 5 Minuten, gleich bin ich okay,
‚s ist nur so ne Phase die mal kommt und wieder geht. ----
(Die Toten Hosen)


Langsam geht er die Straße entlang,
der Blick starr, als würde er durch die Luft gehen.
Auf einer Brücke bleibt er stehen,
genau auf der Mitte, dort wo es am höchsten ist.
5 Minuten länger bleibt er nicht.
Doch in diesen 5 Minuten ist er in der Ewigkeit der Einsamkeit.
Gedanken, Gedanken die sich nicht ordnen lassen,
deshalb hasst er sich selbst dafür.
Er hasst sich, weil er sie liebt,
er hasst sich, weil er ein Schwein ist, das Bescheuertste.
Er hasst sich, weil er jetzt wieder weint.
Wegen ihr.
Wieso kann er sie nicht loslassen?
Why does this shit always happen to me?
Trotzdem verliert er nicht die Illusion der Fröhlichkeit.
Aber diese Phase wird nie vergehen, nie.
Er weiß es, er will es nicht wissen.
Langsam wird ihm schlecht, er fängt eine Träne auf,
lässt sie in den Fluss laufen, in den Tränenfluss.
Nach 5 Minuten verlässt er diesen Ort.
Auf seinem Weg.


© bei Carl-Justin Schröfel


~Einmal Lyrik und zurück~

Was ist, wenn ich fortgehe?
Was ist, wenn ich nicht wiederkomme?
Was ist, wenn es keiner merkt?
Was ist, wenn alle trauern?
Was ist, wenn ich gefunden werde?
Tod, Lebendig, Arm, Reich?
Was ist, wenn ich aufhöre?
Was ist, wenn ich die Augen schließe?
Was ist, wenn ich nicht mehr zuhöre?
Was ist, wenn ich stehen bleibe?
Was ist, wenn ich weitergehe?
Anfang, Ende, Leere, Leben?


Flieg, nimm mich mit


Er faszinierte mich.
Der schwarze Engel,
so intensiv,
so schwarz.
So eine ungeheure
Macht
ausstrahlend. Er kam auf
mich zu, lächelnd,
drückte mir die Hand
und ich verfiel.
Ich verfiel
seiner Schönheit,
seiner Intelligenz,
seinen Reizen.
Ich stand wie angefroren,
zitternd,
aber nicht voller
Angst.
Denn ich wusste, es war gut,
denn ich wusste, es muss so sein,
denn ich wusste, er wird mir helfen.
Es war nur eine
Erscheinung,
aber sie war
real.
Und das Messer setzte an,
und das Blut kam zum Vorschein,
und er fühlte mit mir.
Ich rief ihm zu,
als er
ging,
sich ohne zurückzublicken
umdrehte
Flieg, nimm mich mit.
Flieg, ich will bei dir sein,
Flieg, zeig mir dein Reich.


We're the champions



We're the champions
dröhnte durch seine Kopfhörer,
als er die Treppe hochging.
Zuerst sah er die Schuhe,
die Schnürsenkel,
dann die Hosen und
zuletzt den Rest.
Of the w(ooooooooooo)orld.
Das Lied war zu Ende.
Es windete, die ersten
Schneeflocken fielen.
Eine dünne Schicht.
Der Mantel flatterte,
sie gingen auf ihn zu.
Schnell hatte er das
Armband um die Finger,
die Stiefel lieferten auch
ihre Arbeit.
Doch er hatte keine chance.
Schnell lag er auf dem Boden,
konnte nicht mehr schrein.
Blut floss aus seinem Mund.
Es war dunkel, es tat weh.
Endlich hörten sie auf.
Die Schneeschicht war rot,
dreckig.
Bald schon spürte er die Schmerzen
nicht mehr.
Hörte nur noch das
näherkommen der
Sirenen.
Wir werden Siegen,
irgendwann einmal.
Der Discam ist ganz geblieben.


Gottes lasten

Es sind Menschen,
die fliegen gingen,
mit Flügeln von Klippen springen.
Die die Winde besingen
und Flugzeuge erfinden.

Es sind Menschen,
die andere töten,
Metall an Metall löten.
Sie sind es, die die Schlachtfelder röten.
Andere Menschen nöten.

Es sind Menschen,
die vor Naturgesetzen fliehen,
sich der Schlinge entziehen,

Es sind Gottes Lasten,
zu sehen, wie wir jeden Tag aufs Neue
vor die Hunde gehen.

Es sind Menschen,
die Lieder dichten,
es sind Menschen,
die sich wegwerfen,
um vor dem Rest der Welt zu fliehen.

Es sind Menschen,
die auf sich schießen,
Es sind Menschen,
die andere in den Tod schicken,
wie Tiere in Fallen.

Es sind Gottes Lasten,
zu sehen, wie wir jeden Tag aufs Neue
vor die Hunde gehen.


In die Wirklichkeit 16.9.04


Stur nimmt er Stufe,
für Stufe.
Keine Pause,
denn er merkt die Anstrengung nicht.
Es ist mehr wie ein Film,
die Treppe zieht an ihm vorbei.
Er weiß nicht, wie die Treppe verläuft,
nach oben, nach unten,
steil, flach,
ob gerade oder gewunden.
Es ist ihm auch völlig egal.
Auch wenn die Stufen schmal
und voller Leute wären,
er würde es nicht merken.
Er verfolgt ein Ziel,
am Ende der Treppe wartet es.
Tapfer steigt er weiter,
stur nimmt er Stufe
für Stufe.
Immer näher kommt er dem Ziel,
auch wenn er schon lange vergessen hat,
was es war.


Nur ein Versuch


Ja, nur ein Versuch.
Es wird nur ein Versuch.
Nie würde er sowas ernsthaft machen wollen.
Nur ausprobieren,
nicht mehr.
Nur wenig.
Ein bisschen also.
Langsam setzte sich die Klinge an den Arm.
Keine gefährliche Stelle, wo denkst du hin?
Nein, ein kleiner Ritz,
ein feines Rinnsal Blut.
Und es tat gut.
Kaum Schmerz,
aber schön.
Rot,
eine Farbe.
Die Schönste,
könnte man denken.
Etwas mehr probieren,
nicht schneiden,
nein,
kosten.
Mit der Zungenspitze kostet er.
Von dem Rinnsal blut.
Wärme, angenehm.
Nur der Geschmack war zu süß.
Viel zu süß.
Er ließ es lieber.
Aber etwas mehr Blut muss sein.
Einen Verband will er,
es soll schön aussehen.
Er schneidet erneut,
tiefer.
Nicht lebensgefährlich,
dafür schmerzend.
Ein tiefer Schmerz.
Ein befreiender, tiefer Schmerz.
Er vergaß alles.
Nur noch der Schmerz,
schöner Schmerz,
nur noch Blut,
schönes Blut
und wärme,
die entfleucht.
Aus seinem Körper.
Ekstase.
Er wusste nicht mehr,
was er tat,
was er tut.
Nur noch schmerz.
Ein letzter Versuch
...


Mensch


Geboren auf 4 Beinen
und schon vollgedröhnt mit Warnungen,
mit wem man nicht verkehren darf und mit wem schon.
In der Schule wird ihm beigebracht,
wie er sicher durch's Leben kommt,
auf zwei Beinen.
Wie gut es doch war, dass der Irak bombardiert wurde
und wie klug die Entscheidungen der Politiker seien.
Bis auf die von Schröder, denn der ist ein echter Linker.
Bald wird er dann von Nachrichten nur noch eingedeckt,
ohne etwas eigenes zu Meinen, zu Sagen, zu Wagen.
Wie schön doch diese Hose ist
und wie cool dieser Game Boy.
Und schlank musst du auch sein.
Wenn nicht, bist du nichts wert, darfst du dich mit Außenseitern abgeben.
Mit den Strebern, mit denen, die
etwas eigenes Meinen, etwas Eigenes sagen, etwas eigenes Wagen.
Doch er wird immer weiter gezogen.
Immer tiefer.
Von Menschen, die er nicht kennt, die er nicht sieht.
Von Sachen die ihm nichts bringen, die er nicht braucht.
Und vielleicht irgendwann,
wenn er im Altersheim gebrochen auf drei Beinen geht,
wird er einsehen, dass
sein ganzes Leben umsonst war.
Doch was nützt es ihm dann noch,
wenn der Tod lächelnd vor der Tür steht,
was nützt ihm dann die Einsicht,
nichts.
Zu spät.


Auf zur letzten Schlacht

Auf zur letzten Schlacht,
wir werden uns gut rüsten,
habt acht.
Vielleicht seid ihr mehr,
vielleicht seid ihr besser,
aber ihr könnt noch so stark sein,
denn unseren Willen könnt ihr nicht brechen.
Wenn ihr unsere Fahnen seht,
unser Geschrei im Wind hört,
werdet ihr wissen,
es ist vorbei.
Wenn die Sonne untergeht,
werden wir unsere Schwerter ziehen,
wenn die Nacht hereinbricht,
werden wir Blut trinken,
wenn die Sonne aufgeht,
wird es vorbei sein.
Aber ihr könnt uns nicht vernichten,
denn unser Geist kann nicht sterben.
Wir leben weiter,
als Teil einer Geschichte,
als Teil einer Ideologie.


Von oben.


Von oben sieht man es.
Ein kleines Floß.
Von oben sieht man noch mehr.
Ein großes weites meer.
Von oben sieht man bei weitem nicht alles
zum Beispiel die Küste.
Oder von oben sieht man auch nicht
die Person, die auf dem Floß sitzt.
Erst wenn du runtergehst,
weiter.
Weiter!
Da, ja, eine kleine, ausgemergelte Gestallt
eines Jungen.
Alleine.
Ohne alles.
Auf einem Floß inmitten eines Meer.
Du willst noch weiter runter?
Tu es,
doch pass auf.
Es wird dir nicht gefallen.
Jetzt,
jetzt siehst du, von nicht mehr ganz so weit oben,
alles.
Jede Träne,
die aus dem Gesicht des Jungen fließt.
Wohin?
Du Dummerchen.
In dieses Meer natürlich.
Das Meer,
das du von oben gesehen hast,
besteht nur aus Tränen.
Nein, natürlich verstehst du es nicht,
wie solltest du auch?
Du kommst ja auch von oben.


Die ganze Reinheit einer verdorbenen Seele

Alles weiß,
ein unendliches, sauberes Weiß,
ein weißes Meer ohne Wellen.
Du kannst hinein schwimmen,
immer weiter, immer weiter.
Und der Horizont kommt nicht näher.
Denn du bist gefangen.
Spürst den warmen Sand unter den Füßen,
gleichzeitig schwimmst du.
Nach links oder rechts ist egal,
weil, wenn du einmal das Ufer verlassen hast,
bist du chancenlos.
Kein Tag, keine Nacht und du musst weiterschwimmen,
in der endlosen Reinheit.
Ohne Durst und ohne Hunger,
bis du kotzen musst,
bis du einen Fehltritt machst,
alles Böse aus dir herausschreist und selbst mitfliegst,
durchs Wasser, durch den Sand,
bis alles schwarz ist, sogar du selbst.
Und du weißt genau, es war schon immer so.
Alles Schwarz,
ein unendliches, tiefes, Schwarz,
ein schwarzes Meer, ohne Wellen
und du musst weiterschwimmen.


Ein Schwert

Wenn ich ein Schwert hätte,
ein echtes.
Dann würde ich kämpfen,
gegen alle(s).
Blut spritzen lassen,
überall.
An allen Körpern,
an meinem.
Alle Adern zerschneidern,
rotes Blut.
Das Schwert neu färben,
bis es voller Lebenselixier ist.
Immer weiter und tiefer führen,
bis mir die Kraft fehlt.

Wenn ich einen Dolch hätte,
würde ich weitermachen,
wo ich aufgehört hatte.
Bis ich ertrinke,
in meinem Blut,
bis ich nichts mehr sehe,
nur noch rot.
Bis ich nichts mehr schmecke,
außer den süßen Geschmack.
Bis ich nichts mehr fühle,
außer schmerz.
Bis ich eins bin,
mit dem Tod,
mit dem Edelmann der Finsternis.
Höllische Qualen,
sind nichts,
im Gegensatz zu deiner Brutalität.
Was bringt es,
wenn die Hoffnung zuletzt stirbt,
wenn die Seele schon lange tot ist?
Wer hilft einem zu leben,
dem, der alleine ist?


Langsam geht die Sonne unter.
Zu langsam, doch endlich ist es doch so weit.
Zu schnell, für seinen Geschmack, senkt sich die Klinge nieder.
Durchdringt die Haut, den letzten Schutz.
Blut kommt zum Vorschein,
erst wenig, das Messer steckt noch.
Doch es wird mehr.
Schönes rotes Blut.
Tropft langsam auf seine Beine, den Teppich.
Das Feeling des Schmerzes übermannt ihn!
Nochmal und nochmal schneidet er,
bis er nichts mehr sieht,
zuviel rot.
Plötzlich ist das Feeling weg,
schmerz. Nur noch schmerz.
S C H M E R Z
Er will noch nicht sterben, er ist noch zu jung.
Er will noch mehr Blut sehen, aber doch nicht jetzt.
Er will nicht sterben.

Trinke, trinke dein eigenes Blut.

...


dUrst

Abends wacht er auf,
der dUrstige.
Rennt in die Stadt,
der dUrstige.
Sucht sich einen Mörder, ein Opfer,
der dUrstige.
Lockt es in eine enge, dunkle Seitengasse,
der dUrstige.
Spielt mit ihm, piesakt es und quält es,
er der dUrstige.
Dann, ein biss in den Hals,
von dem dUrstigem.
Sein schönstes feeling, fühlen wie das Blut spritzt,
vom oPfer.
Die pulsierenden Schläge auffangen, spüren wie sie die Kleidung beschmutzen,
die vom dUrstigen.
Saugen, lachen, Unsterblich sein,
der dUrstige.
Trinken bis die Wunde versiegt,
des oPfers.
Den laschen, leblosen Körper auf die Straße schmeißen,
und weiter dUrsten.


Ein neues oPfer
für den dUrstigen.
Unschuldiges Blut spritzt aus dem Hals,
die Wunde gerissen von den spitzen Zähnen des dUrstigen.
Lecker, diese Blut so rein, so unschuldig,
trinken bis der dUrstige satt ist.
Sich in dem Blut der Unschuld vergnügen,
ein süßer Nachtisch.
Am Morgen wieder schlafen gehen, abends
dUrstig aufwachen.

...


Glaube der Illusion/ Illusion des Glaubens



Morgens um sechs aufstehen und
beten
um sieben Frühstück,
tischgebet
Um halb Acht auf zur
Morgenmesse
Um Zehn Uhr in den Kräutergarten, unter
Gottes
aufsicht die spärlichen trockenen
heiligen
Kräuter pflegen.
Um halb zwölf das Mittagessen vorbereiten
Um eins Mittagessen
Tischgebet.
Danach Mittagsmesse für
Gott.
Um halb drei in ein kleines schäbiges Zimmer gehen, mittagsschlaf und
beten.
Um vier Uhr auf die Straße Spenden sammeln für
das Gotteshaus.
Um sechs Uhr Abendessen nach
dem Tischgebet.
Abschließend die Abendmesse für
die Heiligen
Dann wieder ins schäbige Zimmer, vielleicht noch für
Gott beten.



KÖNIG und bettler


"Ich bin ein König"

Sein Reich sind vier Wände.
Morgens legt er eine Decke über die Schultern,
den Königsmantel.
23 Stunden regieren in seinem Reich,
für 1 Stunde im Park in Freiheit sein, begleitet von einem Engel in weiß.
Zurück wieder die Decke als Mantel,
wieder und wieder die Enten, Untertanen besuchen,
wieder und wieder Kopfrechnen im Haus in dem man warten kann,
niemals wird ihm widersprochen,
dem König.
Am Abend gibt es Tabletten zum schlafen,
in einer Ecke sitzt er,
den Mantel eng um sich geschlungen,
klein, zusammengekauert, ängstlich

der Bettler


In einer Ecke

Zusammengekauert hockt sie in einer Ecke
Zittert, weint, total fertig das Mädchen
Wartet nur, wartet nur auf den nächsten Anruf
Um sich wieder zu schütteln, zu schreien
Um weitere Tränen zu verlieren
Und da fängt es auch schon wieder an
Das Telefon klingelt laut, aufdringlich
NEIN NEIN NEIN keiner hört sie
Und das Telefon klingelt weiter
Nur noch angst hat sie angst vor der Welt
Angst vor ihm er der sie dauern belästigt
Durch Anrufe
Durch Anrufe terrorisiert er sie
Jetzt klingelt das Telefon nicht mehr
Still weint sie in ihrer Ecke
Die Augen rot und die gestallt abgemagert
Seit Tagen isst sie kaum noch was
Ihr ständiger Aufenthaltort ist die Ecke
Und jetzt fängt es wieder an
Das Telefon klingelt
laut schrill unaufhörlich
NEIN NEIN NEIN ein erneuter Weinkrampf schüttelt sie
Nach einer Weile geht der Anrufbeantworter an
Es ist ihre Freundin will wissen wieso sie sich seit Tagen nicht meldet
Doch selbst in der Ecke meldet sich jetzt nichts mehr

...


Vier Wände aus Rosagummi30.09.02




Die Tür knallt zu, lange schaut er sich um.
Vier Wände aus Rosagummi umgeben ihn.
ABER ICH BIN DOCH NICHT VERRÜCKT!!!!!
Verrückt, verrückt, verrückt halt das echo in seinem Kopf.
Plötzlich überkommt ihn platzangst,
raus raus raaaaaaus, der tiereische Instinkt bricht durch.
Schmeißt er sich wieder und wieder gegen die Rosagummiwände.
Bis die Pfleger kommen, ihm Drogen reinspritzen damit er ruhig bleibt
Bald schon wissen sie nicht mehr wo sie die Nadel ansetzten können
überall sind Einstiche.
Er ist nicht verrückt, er weiß es.
Anders ist er doch nicht verrückt.
Dieser Raum hat etwas an sich ...
Tagein tagaus vier Wände aus Rosagummi.
Wer solln da noch normal bleiben.?
Nur raus will er hier, nur raus ...


In einer Welt (1) 23.09.02



In einer Welt,
in der die Flüße aufwärts fließen,
in einer Welt,
in der ich alleine lebe,
in einer Welt,
in der Harmonie lebt
möchte ich leben.
Zusammen mit dir,
aus den Flüßen trinken,
unter den Bäumen schlafen
zusammen mit der Sonne auf und unter gehen.
Mit den Tieren essen,
ohne Probleme reden.
Einfach nur leben.
Keinen Chef für mich,
arbeiten wann ich will,
keinen Regeln zugrunde liegen.
Freiheiten soviele und solange ich will.
Einfach nur in Ruhe leben.
Keinen Chef für mich.

©by mir



In einer Welt 23.09.02



In einer Welt,
in der töten zum täglichen Aufstand gehört,
möchte ich leben.
In einer Welt,
in der die Atomkriege zu Hause sind,
will ich leben.
In einer Welt,
in der Hunger, Schrecken und Angst lebt,
möchte ich herrschen.
In der Welt, in der das Gesetz
"töten oder getötet werden" bestimmt
will ich Freund und Feind umbringen.
Jeden Morgen aufs Kampffeld,
anlegen, zielen, oder auch nicht ist egal, töten und überleben.
Am Abend in die Psychoklinik
um wieder von den Schocks geheilt zu werden.
Ich will eine schreckliche Kindheit für meine Kinder,
es ist mir egal, ob sie noch in dieser Welt leben können oder nicht.
Ich will leben!


SOLDATEN SIND MÖRDER


Leben im Rollstuhl



"Ja danke, Bis in einer Wocher!"
Ein gezwungenes lächeln huscht über mein trauriges Gesicht.
Meine Mutter schaut mich an, ich tue ihr leid, sie mir.
Sie hilft mir aus dem Rollstuhl, klappt ihn zusammen, verstaut mich auf dem Beifahrersitzt den Rollstuhl im Kofferraum.
Schweigend fahren wir nach Hause.
Nie wieder.
Nie wieder gehen können, spaß haben.
Immer wieder das Mitleid ablehnen.
Nie wieder richtig mit Freunden spielen können.
Immer wieder auf Hilfe angewiesen sein.
Zu Hause angekommen rolle ich in mein Zimmer.
"Ja okay, ich brauch dich im moment nicht."
Die Mutter geht kurz weg.
Schnell rolle ich in die Küche.
"Noch eine letzte Zigarette?" frage ich mich ironisch.
Trotzdem esse ich eine Scheibe Brot,
fahre dann in mein Zimmer.
Das Brotmesser liegt in meinem Schoß.

"Hoffentlich, hoffentlich komme ich in den Himmel und werde gesund."Denke ich noch, dann sacke ich zusammen.
Das Messer ist rot, die Pulsader hört auf zu schlagen.
Glücklich liegt er da.


Wirkliche Freiheit?
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Langsam, kaum bewegt er sich fort, geht er den Steg entlang.
Sacht zittern seine Hände, anscheinend zufällig steckt er sie in die Tasche.
Der Steg scheint kein Ende zu nehmen.
Doch sind es nur noch wenige Schritte bis zur Freiheit.
Doch kann er sicher sein, dass er in seinem Inneren frei ist?
Hinter ihm, am Land stehen Leute, in der Abenddämmerung nunmehr als Schatten zu sehen.
Gesenkt ihre Köpfe, ihre Schultern schlaf.
Sie können nicht in die Freiheit.
Doch sind sie wahrscheinlich freier in ihrer Seele als ... er.
Jetz ... jetzt steht er auf dem Schiff.
Er ist der letzte, der aufs Schiff steigt, die Leinen werden losgemacht.
Langsam dreht er sich um ... sein Gesicht keine Regung zeigt.
Noch einmal hebt er die Arme so als ob er alles umarmen will.
Doch das Schiff legt ab.
Kein Wort über seine Lippen.
Kein gekreische von Möven, nur das ewige platschen der Wellen am Schiffbug.
Jetzt verschwindet er ab in die Freiheit in Richtung Horizont.


Abends und Morgens



Es ist abend,
nein eigentlisch schon eher nacht.
Einsam sitzt der Junge da ...
regungslos, als ob ein Film in seinem inneren ablaufen würde.
Vor ihm liegen blaue Tabletten.
Alles wäre so einfach ...
spricht er leise ...
seine Augen ... langsam werden sie feucht.
Sein Kopf sinkt langsam auf den schreibtisch ...
Lange schon hat er nicht mehr geschlafen und jetzt
will er nicht mehr aufwachen.
er will, dass sie weinend an seinem grab steht,
fühlt, dass sie schuld ist,
er will ihren schmerz teilen.
sterben.
wäre doch so einfach...
den ewigen schlaf schlafen ...
nicht mehr aufwachen ...
doch hofft er, dass danach kein leben mehr kommt.
endgültig hat er genug davon ...
nur noch schlafen ...
nicht mehr gestört werden ...

morgens
sein kopf liegt auf der tischplatte ...
er schläft ...
ein paar tabletten liegen noch da ...
man sieht nicht, dass er noch atmet ...
so liegt er da bis er gefunden wird ...